[Review] Playstation VR: Ein viel zu langer Erfahrungsbericht!

 

Vorwort

Im nachfolgenden Artikel fasse ich für euch meine Erfahrungen mit der Playstation VR Brille zusammen. Dabei handelt es sich um meine erste VR Erfahrung, ich habe also vorher noch kein anderes VR Heaset selbst ausprobieren können und habe auch noch keinen sonderlich großes Spektrum an VR Spielen antesten können. Dennoch habe ich die ein oder andere sinnvolle Erkenntnis zu teilen. Es wird also eher technisch und subjektiv in diesem Erfahrungsbericht zugehen. Die zu Grunde liegende Ausstattung umfasst die VR Brille selbst, die 2016er Version der Playstation Kamera, die Move Controller, sowie als Basis sowohl die klassische PS4 als auch die PS4 Pro. Kommen wir zunächst mal zu den allgemeinen Eindrücken, die die einzelnen Hardware Komponenten hinterlassen.

 

Kamera und Controller

Obwohl ich schon viele Jahre die Playstation nutze, habe ich bisher nie eine Playstation Kamera oder Move Controller benutzt. Es war schlichtweg nicht nötig. In Verbindung mit der PS VR ist jedoch, zumindest die Kamera zwingend erforderlich, da diese die Lichter des Headsets für das Tracking nutzt. Sie dient also dazu die Position und Haltung des Kopfes zu bestimmen. Die Kamera macht direkt beim Auspacken einen guten Eindruck. Sie ist kompakt, robust und sitzt sehr stabil in der mitgelieferten Halterung. Mit eben dieser, lässt sich die Kamera problemlos überall verwenden, sowohl im Stand vor dem Bildschirm, als auch hängend an der Oberkante des TV’s. Ich war im Vorfeld skeptisch, da sich TV Modelle, von ihrer Gehäuseform, stark unterscheiden können aber dank einem mehrfach abknickbaren Band an der Halterung, lässt sich die Kamera wirklich überall anbringen. Angeschlossen wird sie übrigens an einem eigenen Anschluß, der sich an der Rückseite der PS4 befindet, sie nimmt also keinen der USB Slots weg. Neben dem Tracking der PS VR, ist die Kamera natürlich auch, in Verbindung mit den Move Controllern, zur allgemeinen Bewegungssteuerung da, sofern dies ein Spiel denn unterstützt. Außerdem lässt sich die PS4 mit den, in die Kamera integrierten Mikrofonen, sprachsteuern. Ein witziges Feature, das sich aber auch deaktivieren lässt, damit die Konsole nicht sofort reagiert, wenn man ihren Namen sagt.

Die bekannten Move Controller sind, von ein paar wenigen Ausnahmen abgesehen, ein rein optionales Feature, das bei VR aber deutlich mehr Sinn macht, als bei herkömmlichen Spielen. Es verstärkt die Immersion, man fühlt sich noch mehr in die Spielwelt eingebunden. Sie funktionieren kabellos, werden ebenfalls von der Kamera optisch erfasst und haben außerdem einen Gleichgewichtssensor verbaut. Jeder Controller verfügt über einen Trigger an der Unterseite, sowie 4 Symboltasten auf der Oberseite. Natürlich gibt es hier auch ein paar Handschlaufen, die verhindern das man seinen Move Controller versehentlich durch das Zimmer wirft, ganz ähnlich wie bei den Wiimotes von Nintendo. Die markanten, leuchtenden Gnubbel an der Spitze der Controller, die von der Kamera erkannt werden, sind glücklicherweise aus Gummi, weswegen es nicht schlimm ist, wenn sie mal etwas schwungvoll zusammenstoßen. Sowohl das Tracking der Move Controller, als auch des VR Headsets, verliefen bei mir von Anfang an problemlos. Solange man sich in einem gut beleuchteten Raum und im Sichtfeld der Kamera, zwischen 1-2 Meter Abstand, befindet, funktioniert alles sehr Präzise ohne Wackler und Aussetzer.

 

Die Brille / Das Headset

Die Playstation VR Brille ist sehr komfortabel und macht schon beim Auspacken einen sehr guten Eindruck. Die Verarbeitung ist solide, auch wenn die Materialien hauptsächlich schlichter Kunststoff sind. Polsterungen an der Stirnauflage und dem Kopfband sind sehr angenehm zu tragen und sorgen für einen guten Sitz. Um das auf- und absetzen zu erleichtern, lässt sich der Visor nach vorne und hinten fahren. Was an sich ein tolles Feature ist, macht aber auch gleichzeitig den instabilsten Eindruck. Ist der Visor nach vorne gefahren, sollte man die Brille nicht am Visor selbst halten, da dieses Verbindungsstück sehr dünn gearbeitet ist. Dafür lässt sich, dank dieser Methode, der Abstand unglaublich gut anpassen, was vor allem für mich als Brillenträger gut ist. An der Brille selbst befindet sich auch nur ein einziges Kabel, das per Verlängerung mit der Prozessoreinheit verbunden wird. Es läuft seitlich-hinten aus dem Headset heraus und hängt dem Spieler nicht permanent im weg.

Die Playstation VR Brille kommt, wie erwähnt, mit diversen Kabeln und einer zusätzlichen Prozessoreinheit daher, die per USB mit der PS4 verbunden wird – Vorteil für PS4 Pro Nutzer: Die PS4 Pro verfügt dafür über einen USB Anschluß an der Rückseite der Konsole, was die vorderen Anschlüsse zum Laden von Controllern offen hält. Per HDMI wird die PS4 an die Prozessoreinheit angeschlossen und von dort wiederum findet die HDMI Verbindung zum TV Gerät statt. Das HDMI Signal wird also durch die Prozessoreinheit durchgeschleift. Was nicht nur dazu dient, das Bild auf die Brille zu übertragen, sondern gleichzeitig und zusätzlich eine Ausgabe auf dem TV zu haben. Der TV muss allerdings nicht zwangsläufig eingeschaltet sein, wenn man die Brille verwendet, genauso wie die Prozessoreinheit nicht mit dem USB Kabel verbunden sein muss, um im Nicht-VR Betrieb eine Ausgabe auf dem TV zu bekommen. Die zusätzliche Ausgabe auf den TV, der sogenannte Social Screen, soll dabei zum Zuschauen und Mitmachen dienen. Mehrerspieler Modis lassen sich so auch wahrnehmen, wenn einer der Mitspieler eine VR Brille verwendet und der Rest nicht. Der Playstation Playroom, unterstützt beispielsweise mehrere Minispiele, bei denen der VR Spieler gegen andere herkömmliche Spieler lokal antritt. An der Front der Prozessoreinheit wird dann eine Verlängerung angeschlossen, an die wiederum die Brille angeschloßen wird. Zwar ist die Verlängerung nicht zwingend erforderlich, weil man die Brille auch direkt an die Prozessoreinheit anschließen kann, aber sie erhöht den Bewegungsspielraum deutlich.

Die Konsole versorgt bei der Playstation VR zwei Displays, die jeweils eine Auflösung von 960×1080 Pixel (zusammen also 1920×1080) besitzen und mit einer Bildwiederholrate von 90-120 Hertz arbeiten. Die Auflösung liegt etwas niedriger als bei den Konkurrenz Produkten von Oculus und HTC dafür ist die Bildwiederholrate höher. Die Bildqualität ist gut, aber hat die VR-Typischen Probleme. So wirkt das Bild in VR, selbst bei optimaler Konfiguration, immer etwas unschärfer als die Ausgabe auf dem TV Gerät. Außerdem sieht man einen Raster / Matrix Effekt der aber sehr fein und nicht wirklich störend ist. Der PS VR liegt außerdem noch ein InEar-Kopfhörer und ein Mikrofaser Reinigungstuch für die Linsen bei. Speziell bei den Linsen ist wichtig, das hier keine flüssigen Reiniger oder feuchte Tücher verwendet werden dürfen um die Linsen nicht zu schädigen. Um das InEar-Headset anzuschließen, hat die Brille einen 3,5mm Klinkenanschluß direkt am Kabel, inklusive Lautstärkeregler und Mute Knopf für das, im Visor integrierte Mikrofon.

 

Aufstellen und Einstellen

Das Ganze ist keine große Wissenschaft und funktioniert für die meisten Menschen „Out of the Box“ ohne lästiges justieren. Wie die Anschlußmöglichkeiten sind, wurde ja oben bereits erklärt. Die Kamera muss zudem einen klaren Blick auf den Spieler haben, besonders in kleinen Räumen empfiehlt sich deswegen die Kamera oben auf dem TV zu positionieren. Die Prozessoreinheit wird vermutlich bei den meisten Nutzern direkt bei der konsole aufgestellt, sollte aber immer genug Freiraum haben damit sie nicht überhitzt. Außerdem sollte die Brille immer ausgeschaltet werden, solange sie noch mit der Prozessoreinheit komplett verbunden ist, da es sonst zu Problemen kommen kann.

Ist erstmal alles angeschlossen, erkennt die PS4 die Kamera und Controller in der Regel automatisch und kalibriert diese. Dazu muss man sich nur entsprechend der Bildschirmanweisungen Positionieren. Danach ist das System eigentlich schon einsatzbereit. Natürlich lassen sich im Konsolenmenü diverse Dinge konfigurieren, aber die Standarteinstellungen sind durchaus sinnvoll gewählt. Ich habe lediglich die Sprachsteuerung der PS4 deaktiviert und den Augenabstand individuell eingestellt. Grade der Augenabstand ist eine der wichtigsten Einstellungen für die VR Brille, da der Abstand bei vielen Menschen unterschiedlich ist und deswegen manche Nutzer, mit den 63mm Standart der PS VR, in ihrem Sichtfeld eingeschränkt sind. Ist der Abstand zu groß oder zu klein gewählt, verstärkt sich der Verzerrungseffekt, der durch die Linsenkrümmung in den Außenbereichen ganz normal ist. Da sich die Linsen selbst nicht verstellen lassen, rückt die Software das Bild entsprechend den Einstellungen im Menü zurecht. Mit dem optimalen Wert ist die Ausbeute an Bildschärfe in der Bildmitte am größten.

Um den Augenabstand einzustellen, möchte die PS Kamera das wir im Abstand von 70cm zur Kamera ein Foto von uns machen und danach mit kleinen Zielmakierungen die Pupillenmitte markieren. Das System ist nicht optimal aufgebaut, denn ist man nicht genau 70cm entfernt, verfälscht das den Wert unter Umständen signifikant. Ebenfalls lästig: die PS4 erlaubt einem nicht den Wert manuell festzulegen, es muss die Kamerafunktion genutzt werden. Grade wenn man die PS VR mit mehreren Menschen regelmässig nutzt, wäre es wünschenswert, den Wert einfach selbst einstellen zu können, da man ihn ja nicht jedes mal neu ermitteln muss.

Ich selbst habe mir da mit einem Trick beholfen. Auch wenn es merkwürdig klingt, habe ich von mir ein Selfie mit dem Zollstock (oder Maßband) vor der Stirn gemacht und dann mit ein paar graden, vertikalen Linien, die genau zur Pupillenmitte laufen, den Wert ermittelt. Nun wußte ich also meinen relativ exakten Augenabstand. Um diesen jetzt ohne Messung in das System zu bekommen, geht man einfach hin, startet die Messung und macht ein Foto während man kurz abtaucht, also das Gesicht darauf nicht zu sehen ist. Da die PS4 dort keine Augen erkennen kann, setzt es die Zielmarkierungen automatisch auf einen 63mm Abstand. Mit dem D-Pad (Steuerkreuz) können wir nun die Markierungen näher zusammen oder auseinander schieben. Wichtig ist, es sollte immer nur das Linke Auge verschoben werden, damit man nicht durcheinander kommt. Wieviele klicks man für welchen Abstand benötigt, könnt ihr dieser Liste hier entnehmen: AUGENABSTAND TABELLE !

Ansonsten bleibt nur noch zu sagen, das ihr das Kopfband des Headsets hinten immer ganz runter ziehen solltet und die vordere Position der Stirnablage solange korrigieren solltet, bis die Mitte des Bildes schön scharf ist und die Buchstaben nicht nach oben oder unten „ausbluten“. Dann seid ihr auch schon „ready to go“ und könnt euch den ersten Spielen widmen.

 

Spiele, Verträglichkeit und das Erlebnis VR

In diesem Punkt beginnen wir zunächst mal mit der Vertäglichkeit. Es ist das größte Sorgenkind und die wichtigste Frage, bevor man sich eine solche, doch kostspielige, VR Ausrüstung zulegt. Gleichzeitig lässt sie sich nicht sehr einfach beantworten. Der Anteil an Personen, die VR komplett gar nicht vertragen ist relativ gering. Etwas größer ist da schon die Menge an Leuten die keinerlei Probleme haben, dazwischen bleibt eine große Mischmenge an Leuten die Effekte verspüren, die aber komplett unterschiedlich sein können und sich oft auch abgewöhnen lassen. Wie und wie stark man reagiert, kommt dabei auch auf das Spiel an. Spiele in denen man lediglich den Kopf bewegen muss, verträgt man im Allgemeinen sehr gut. Kommen zusätzliche Bewegung oder Drehungen ins Spiel, verspürt man schnell ein „Unwohlsein“. Auch die Geschwindigkeit spielt dabei eine große Rolle. Schnelle und hektische Spiele sind für den Anfang eher nichts. Generell sollte man sich langsam herantasten, viele Pausen machen und nicht versuchen sich zu überwinden, das hat meist einen gegenteiligen Effekt. Nach mehreren Wochen VR habe ich festgestellt, das ich nach anfänglichen Problemen inzwischen kaum noch unwohlsein bekomme, selbst bei schnellen Spielen. Bei mir selbst, ist mir auch aufgefallen, das es stark vom Allgemeinzustand abhängt, wie z.B. der Müdigkeit. Bin ich nicht gut ausgeruht oder fühle mich eh nicht fit, dann habe ich auch viel schneller Nebenwirkungen. Generell sind viele Pausen bei VR Spielen ratsam, da die Augen, selbst wenn man keine Wirkung verspührt, bei dauerhafter Anwendung eher ermüden. Wer mit einem 3D Film im Kino keine großen Probleme hat, der sollte aber auch nicht all zu große Angst vor VR haben. Es ist, wie gesagt, vor allem eine Gewöhnungssache und kann von Spiel zu Spiel stark variieren.

Das Spielekontingent, das ich bisher testen konnte, umfaßt folgende Titel: VR Worlds, Eagle Flight, DriveClub VR, Robinson: The Journey, RIGS, Starblood Arena und Resident Evil 7. Ich werde nun nicht zu jedem Einzeltitel sehr ins Detail gehen, aber grob umreißen was mich an den einzelnen Titeln anspricht oder auch abschreckt. Wenn wir über Spiele und das VR Erlebnis reden, dann müssen wir allerdings auch direkt mit dem Vergleich der klassischen PS4 gegen die PS4 Pro beginnen und eine Besonderheit bei Sony behandeln.

Diese Besonderheit bei Sony, ist die Vorgabe, das alle VR Titel die auf einer PS4 erscheinen, egal auf welcher Version, mit 60 Bilder pro Sekunden laufen müssen. An sich eine tolle Sache, die für ein sehr weiches Bild sorgt und zusammen mit der Bildwiederholrate der Brille besonders schonend für den Spieler ist. Doch jeder Gamer weiß, das 60 FPS, mit einer Full HD Auflösung von 1920×1080 Pixel, nur schwer zu bewerkstelligen sind. Selbst mit einem gut ausgestatteten PC hat man da oft Probleme und hier geht es um eine fast 4 Jahre alte Konsole. Die PS4, bzw. die Entwickler der VR Titel, setzen dieses hohe Ziel vorallem mit 2 Dingen um: die Auflösung wird reduziert und der Detailgrad, wie Objektdichte und Weitsicht teils dramatisch gesenkt. Spiele, die speziell für VR entwickelt wurden, besonders die aus eigenem Hause, kommen dabei noch ganz gut weg – kämpfen meist mit einem sehr matschigen Erscheinungsbild – Titel wie Resident Evil 7 oder DriveClub VR hingegen sehen auf der klassischen PS4 wirklich unansehnlich aus. Während die anderen Titel „nur“ ziemlich unscharf wirken, gesellt sich bei diesen Beiden ein sehr nerviges Kantenflimmern dazu, das es mir unmöglich macht die Titel zu genießen. Möglicherweise ist es Zufall, aber sowohl Resident Evil 7, als auch DriveClub VR sind keine reinen VR Titel, haben also nur einen VR Modus spendiert bekommen.

Die restlichen Titel aus meinem Testumfeld, konnte ich aber bereits mit der klassichen PS4 genießen. Der VR Effekt, der sich nicht wirklich beschreiben lässt, entschädigt dabei für Vieles. Ich hatte natürlich eine Vorstellung im Kopf, wie VR wohl aussehen müsste aber die tatsächliche Erfahrung war viel intensiver als erwartet. Der Entschluß das Ganze, vor allem im Hinblick auf künftige Titel, mit einer PS4 Pro nochmal zu boosten, ist schnell gefallen. Die Pro Version der Konsole kommt mit ca. 130% mehr Leistung daher als die klassische oder slim Variante. Mit ihren 4.2 TFlops hat sie in etwa soviel Grafikleistung wie ein PC mit einer Geforce GTX 970/980, also ein solides Gaming Gerät. Das ist auch in jedem einzelnen Spiel in der Brille wirklich spürbar, aber nicht bei allen so deutlich. Das hängt allerdings auch davon ab, ob die Spiele auch einen Patch bzw eine Optimierung für die Pro erhalten haben. Generell bemerkt man eine deutlich höhere Auflösung und einen höheren Detailgrad. Auch wenn die PS4 Pro keine Bäume ausreißen kann, macht VR mit ihr deutlich mehr Spaß und man hat natürlich auch einen Nutzen bei Nicht-VR Titeln, die entweder mit mehr Details oder mehr FPS laufen.

Bei den Spielen haben es mir speziell VR Worlds, Eagle Flight und RIGS angetan. VR Worlds, ist ein günstiger Titel, der im Prinzip mehr eine Art TechDemo ist. Er enthält 5 Minigames, die aber sehr gut geeignet sind um VR das erste mal zu erleben und sich an die Bewegung zu gewöhnen. Ocean Decent oder Dangerball, sind sehr verträglich und lassen uns mit der VR Brille warm werden. The Heist, Scavangers Odyssey und Lurge führen uns dann in immer intensivere Bewegungsabläufe ein. Auch wenn der Wiederspielwert gering ist, empfehle ich VR Worlds für Anfänger unbedingt.

Eagle Flight ist ein Titel von Ubisoft, der zwar nicht sehr umfangreich aber sehr spaßig ist. Als Weißkopfseeadler fliegt man, durch drehen und neigen des Kopfes, durch eine comicartige Version von Paris. Dabei gilt es alles mögliche zu erkunden oder Aufgaben zu absolvieren, die meist eine Art Checkpoint-Rennen darstellen. Optisch ist es schön anzusehen, es ist bei den Rennen, sowohl Offline als auch Online, durchaus fordernd und ist dank der Kopfsteuerung, auch wenns mal schnell zu geht, immer noch sehr verträglich.

Mein Liebling ist allerdings RIGS geworden. Das Spiel aus dem Hause Guerilla, die auch Horizon Zero Dawn entwickelt haben, ist eine Mixtur aus Mech-Shooter und Sportspiel. Man tritt in Kampf-Anzügen, den Rigs, in 3 vs 3 Battles gegeneinander in Arenen an. Das Ganze ist wie eine futuristische Sportart aufgezogen. Im Einzel- oder Mehrspielermodus gilt es sich selbst, seinen Rig und das Team zu verbessern, Ligen und Tuniere zu bestreiten und zu gewinnen. Dabei variiert das Spiel mit mehreren Spielmodi, die immer wieder abwechslungsreich und spannend sind. Auch optisch macht das Spiel viel her und das Gameplay ist schnell und wild. Hatte ich anfangs noch mit Schwindel zu kämpfen, beherrsche ich nun mein Rig schon sehr präzise, rase durch die Arena und kann problemlos 2-3 Stunden am stück spielen. Es ist bisher der einzige Titel, den ich als vollwertiges Spiel wahrgenommen habe, das mir nicht nur eine kurzweilige Erfahrung bescheren will. Ganz großes Lob dafür!

Die restlichen Titel haben sich bei mir noch nicht wirklich etabliert. Bei Robinson the Journey, ist die Neugier zwar groß, doch habe ich dort nach wie vor, schon nach 15-30 Minuten mit Schwindel zu kämpfen, obwohl das Tempo eher gediegen ist. Inhaltlich ist der Titel vielversprechend allerdings kann ich dazu, Aufgrund der Umstände, noch nichts genaues sagen. Ähnlich ist es bei StarBlood Arena. Das Spiel an sich ist sehr artverwandt mit RIGS, kommt aber mit etwas mehr Borderlands Flair daher, ist bunter, spaciger und die Mechs in diesem Spiel sind eine Art kleines Raumschiff. Auch hier bekomm ich durch die Drehungen immer noch kleine Schwindelgefühle, allerdings lässt sich das Gefährt auch um ausnahmslos jede Achse rotieren. Der Racer, DriveClub VR, spielt sich eigentlich ganz angenehm, das Wageninnere der Cockpit Perspektive ist auch toll und detailliert aber sobald etwas 2 Meter 50 vom Wagen entfernt ist, erkennt man nicht mehr viel außer Pixelbrei. Selbst die PS4 Pro konnte da nicht viel rausholen. Ansonsten ist der Umfang dem des herkömmlichen DriveClub gleich, es ist also ein kompletter Racing Titel, der aber nicht zu überzeugen weiß. Der Entwickler könnte hier sicher noch deutlich mehr aus der Pro rauskitzeln. Last but not Least ist da noch Resident Evil 7, das auch auf der PS4 Pro keinen Schöneheitspreis gewinnen würde. Die Atmosphäre ist zwar mega gruselig aber man merkt dem Titel schnell an, das es eben kein wirklicher 100% VR Titel ist. Besonders in den nicht selbst gesteuerten Sequenzen wirkt es für mich immer wieder komisch, wenn ich z.B. zu Boden geworfen werde, ich aber visuell nur das Gefühl habe ein ziemlich kleiner Mensch zu sein, weil die Kamera sich nicht mit der Körperposition des vituellen Ich’s verändert. Hier ist bei echten VR Titeln, die die Stärken von VR gezielt und optimiert auschöpfen können, sicher deutlich mehr drin.

 

Fazit

Die Kernfrage: Lohnt sich VR?

Ich sage: Ja, das tut es auf jeden Fall!

Es ist verhältnismässig teuer, es gibt noch kaum wirklich gute Spieletitel dazu und die Technik ist merklich noch in ihrem Anfangsstadium ABER der Effekt ist trotzdem so atemberaubend, das man diese Punkte deutlich Abschwächen muss. Vielleicht ist es noch nichts für Jedermann aber wer einigermaßen enthusiastisch und neugierig im Bereich des Gaming ist, der kommt daran auf Dauer nicht vorbei. Es ist definitiv eine neue und andere Art zu spielen, die für die Zukunft viel verspricht. Ein „Gamer“ sein bedeuted auch immer hungrig nach mehr zu sein, dem nächsten Schritt und ich glaube das VR dieser Schritt ist. Wenn in 2-3 Jahren neue Generationen von Konsolen und VR Brillen den Weg in die Läden finden, wird es ein Must-Have werden, da bin ich mir sicher. Doch auch heute ist es schon eine lohnenswerte Erfahrung, die man eben auch nur nachvollziehen kann, wenn man es mit eigenen Augen gesehen und ausprobiert hat.

Für die nahe und ferne Zukunft wurden bislang plattformübergreifend an die 400 VR Spiele angekündigt, von denen natürlich vieles Mist aber auch einige echte Perlen sein werden. VR Spiele können und werden, auch was das Gameplay angeht, sicher neue Wege gehen und auch ältere Genre, die inzwischen Non-VR nicht mehr viel her machen, dürften bald wieder einen Aufschwung erleben. Ich denke da besonders an meine geliebten Adventure Games, denen per VR eine ganz neue Immersion gegeben werden könnte, die aber auch, dank dem gemäßigten Gameplay, für eine größere Menge von Nutzern interessant sein könnten. Klassisches Point & Click mit VR und Move – ich wäre sofort am Start!

Dennoch kann ich, für die Playstation VR nur dann eine Empfehlung aussprechen, wenn man sie in Verbindung mit der PS4 Pro nutzen will. Da muss man niemandem etwas vor machen, die klassische bzw. slim PS4, ist der Aufgabe bei weitem nicht gewachsen. Insgesamt gesehen, kommt man mit der PS4 Pro und PS VR, immer noch mit einem tollen Preis für Heimanwender weg. Für die rund 800 Euro die man für das Gesamtpaket dann berappen muss, bekommt man nicht nur seine erste VR Erfahrung sondern profitiert auch abseits von VR, von der Mehrleistung der Pro, entweder mit mehr Details und weicherem Gameplay auf FullHD oder mit 4K auf einem passenden TV Gerät. Bei der Konkurrenz auf dem PC fallen zwischen 600 und 800 Euro alleine für die VR Brille inkl. Zubehör an, doch setzt dies eben auch einen PC voraus, der mindestens auf dem Niveau eines GeForce GTX 970/980 Rechner liegen sollte und dann preislich nochmal weit über einer PS4 Pro liegt. Auch dann hat man „nur“ ein Equivalent zur Konsolenqualität. Wer VR heutzutage in seiner vollen Pracht entfalten will, dem bleibt nur ein teurer High End Rechner und eine VR Brille aus dem Hause HTC oder Oculus. Ich persönliche denke, wer nicht schon bereits einen starken High End Gaming Rechner sein eigen nennt, der sollte in der ersten Generation VR zur günstigen PS VR und der PS4 Pro greifen. Die nächste Generation wird nicht all zu lange auf sich warten lassen, da lohnt eine deutlich viertstellige Investition einfach noch nicht.

Als kleine Schlußnote noch ein Hinweis: auch wenn die Playstation VR offiziell nur mit der PS4 Familie unterstützt wird, so arbeiten diverse Programmierer bereits an einem Treiber für den PC, welcher bereits weit fortgeschritten ist. Über kurz oder lang, sollte die PS VR also auch am PC vollständig einsetzbar sein.

 

Ich bedanke mich bei allen Neugierigen, die es bis hier ausgehalten haben und verabschiede mich in die virtuelle Realität! =D